Der Kampf gegen Maulwurfshügel. In diesem Video sieht man die ersten „Testschüsse“ aus der Erprobungsphase. Es war noch Winter, der Rasen blaß, aber der kleine Unhold trotzdem hier und da aktiv.

Warum darf der Maulwurf unsere Regenwürmer wegfressen? Die deutsche Bodenqualität ist jedenfalls auf einer neuen Ranking-Landkarte nicht weit oben. Bringen neue Forschungsergebnisse die Wende für das Tier, das angebissene Regenwürmer in der Vorratskammer sammelt? -  Warten wir’s ab!

Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesamt für Justiz)

Auszug


§ 44 Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten

(1) Es ist verboten,

1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,

2. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,

3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, ….


Diese Strafen drohen, wenn du einen Maulwurf einfängst


Der Maulwurf steht in Deutschland unter Naturschutz und Artenschutz. Geregelt ist dies im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) im Paragraf 44, der den Umgang mit besonders geschützten und streng geschützten Tier- und Pflanzenarten vorgibt.

Die Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung führt alle Tiere auf, die in Deutschland besonders geschützt oder streng geschützt sind. Der Maulwurf gehört zu den besonders geschützten Tierarten. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, einen Maulwurf

    •    zu verletzen

    •    zu fangen

    •    zu töten

oder seine Wohngänge zu zerstören oder zu beschädigen.



So hoch kann das Bußgeld ausfallen, wenn du einen Maulwurf fängst


   •    Baden-Württemberg erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Bayern erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Berlin erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Brandenburg erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 65.000 €

    •    Bremen erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Hamburg erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Hessen erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Mecklenburg-Vorpommern erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 20.000 €

    •    Niedersachsen erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis 50.000 €

    •    Nordrhein-Westfalen erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Rheinland-Pfalz erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 €

    •    Saarland erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 €

    •    Sachsen erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Sachsen-Anhalt erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Schleswig-Holstein erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

    •    Thüringen erhebt ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 €

Hier sehen Sie genau, wie man die Gänge öffnet!

Wurmforschung 01.11.2019 von Julia Koch (Auszug aus: SPIEGEL Wissenshaft online)

Die Volkszählung der Regenwürmer und das erstaunliche Resultat

„……

Die Ökologin Helen Phillips hat eine Weltkarte der Regenwürmer erstellt. Für die Artenvielfalt unter der Erde gelten andere Regeln als darüber.  …..


Gehoben hat Phillips einen Datenschatz. Gemeinsam mit ihrem iDiv-Kollegen Nico Eisenhauer hat sie eine Weltkarte der Regenwürmer erstellt, die jetzt als Titelstück im Fachblatt "Science" erschienen ist. Mehr als 6900 Standorte in 57 Ländern haben die Forscher ausgewertet, es ist die größte Datensammlung zur Regenwurm-Biodiversität - erstellt auch noch in der Rekordzeit von nur drei Jahren.

Phillips und Eisenhauer wollten für möglichst viele Orte auf der Welt wissen: Wie viele Exemplare von Regenwürmern sind jeweils im Erdreich versammelt? Welche Arten kommen vor? Ein solcher Katalog ist von ziemlicher Bedeutung: Kaum ein Geschöpf prägt das Ökosystem Boden so sehr wie die darin hausenden Gliedertiere. Auf einem Quadratmeter finden sich mitunter mehrere Hundert von ihnen, rund 3000 Arten sind weltweit beschrieben - vom allseits bekannten Lumbricus terrestris, dem Gemeinen Regenwurm, bis zu Megascolides australis, der drei Meter messen kann. "Ich gehe davon aus, dass 70 Prozent der Arten noch gar nicht entdeckt sind", sagt Eisenhauer.

……“ https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-volkszaehlung-der-regenwuermer-und-ihr-erstaunliches-resultat

In den USA darf man die störenden Buddeler mit Fallen erschlagen

Leben im Untergrund


….

Nützlicher Schädlingsvertilger

Die Maulwurfshügel dienen dem Maulwurf zur lebensnotwendigen Belüftung der unterirdischen Gänge, denn wegen seines hohen Stoffwechsels und seiner intensiven Verdauung gibt der Maulwurf große Mengen Kohlendioxid ab. Es ist deshalb unsinnig, die Erdhügel flach und fest zu klopfen - innerhalb kürzester Zeit wirft der Maulwurf an anderer Stelle neue auf, um nicht an seinem eigenen Mief zu ersticken.


Als unverbesserlicher Fleischfresser meidet er jedwede vegetarische Kost. Den Maulwurf für Schäden an Salatwurzeln, Möhren, Kartoffeln oder den mit Liebe gesäten Kräutern verantwortlich zu machen, hieße wahre Übeltäter wie Wühlmäuse oder Schnecken ungescholten davon kommen zu lassen. Regenwürmer, Raupen, Schnecken, Engerlinge und andere Insektenlarven stehen ebenso auf seinem Speiseplan wie Spinnen und Mäuse. Und weil der Einzelgänger außerhalb der Paarungszeit niemanden, nicht einmal seinesgleichen, neben sich duldet, vertreibt er Wühlmäuse, die sein Tunnelsystem nutzen, aus seinem Revier und damit aus dem Gemüsegarten. Neben seiner Tätigkeit als Schädlingsvertilger trägt der Tunnelbauer zur optimalen Durchlüftung und Auflockerung des Bodens bei. Darüber hinaus wirken die unterirdischen Röhren wie ein Drainagesystem.


Fast blind, aber empfindliche Nase

Um sein weit verzweigtes unterirdisches Jagdrevier von bis zu 3.000 Quadratmetern zu graben, nutzt der Maulwurf seine schaufelartigen Vorderbeine. Mit ihnen kann er Erdmassen vom 20-fachen seines eigenen Körpergewichts bewegen.  …..“


Bei der Nahrungssuche verlässt sich der fast blinde Maulwurf vor allem auf seinen hervorragenden Tast- und Geruchssinn und nicht zuletzt auf sein ausgezeichnetes Gehör. Seine ausgeklügelte Jagdtechnik entspricht im Grunde der einer Spinne, die in ihrem Netz auf Beute wartet. So macht eine Insektenlarve, die in einen Maulwurfsgang fällt, für seine empfindlichen Ohren ein lautes Geräusch, woraufhin er blitzschnell sein bis zu 200 Meter langes Tunnelsystem durcheilt, um die Beute zu verspeisen. ….“


Vielfraß auf Patrouille

Je nach Beutevorkommen gräbt der emsige Geselle von seinem Hauptnest aus ständig neue Röhren. Während die Nester meist zwischen 50 und 80 Zentimeter tief unter der Erdoberfläche liegen, befinden sich Nahrungsgänge und Vorratskammern knapp unter der Oberfläche. Im Sommer sind die Gangsysteme bis zu 40 Zentimeter tief, im Winter hingegen muss der eifrige Buddler bis zu einen Meter ins Erdinnere vorstoßen, um genügend Nahrung zu erbeuten. Ein besonders großer Maulwurfshaufen gibt einen Hinweis auf das darunter liegende Winternest, die "Burg", die ein ringförmiges Belüftungssystem umgibt. Da der Maulwurf weder Winterschlaf noch -ruhe hält, legt er sich einen Vorrat aus Regenwürmern an, denen er die Vorderenden abbeißt, damit sie überleben, ihm aber nicht mehr entwischen können. …..“


Alle drei bis vier Stunden geht der Jäger in seinem unterirdischen Revier auf Patrouille, um "überhörte" Beutetiere, die sein Gangsystem ebenfalls nutzen, aufzuspüren. Sein enorm schneller Stoffwechsel bedingt, dass er ständig Kohldampf hat. Nur zehn Stunden ohne Nahrungsnachschub wären sein Tod. Die Tagesration an Insekten, Regenwürmern und anderen Kleintieren entspricht in etwa seinem eigenen Körpergewicht, also bis zu 100 Gramm. Pro Jahr vertilgt ein einziger Maulwurf locker bis zu 37 Kilogramm Futtertiere. …..“

Auszug aus:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/sonstige-saeugetiere/maulwurf/03204.html

Eva-Maria Levermann

Andere Länder, andere Sitten….

So lebt der Maulwurf im Garten

„……

Wer es jedoch nicht mit einem Maulwurf im Garten aushält, sollte Folgendes beachten: Die Bundesartenschutzverordnung stellt Maulwürfe in § 1, Satz 1 unter besonderen Schutz. Die Tiere dürfen nicht gejagt, getötet oder massiv gestört werden.


Dennoch können Hobbygärtner etwas gegen die pelzigen Gesellen unternehmen: „Mit sanften Mitteln dürfen Gartenbesitzer Maulwürfe vergrämen“, erklärt Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbund e.V. Das klappt aber nur, wenn sie die Methoden regelmäßig anwenden. „Eine Genehmigung ist hierbei nicht erforderlich“, so Schmitz. Am effektivsten lassen sich Maulwürfe mithilfe von Geräuschen, Vibrationen und unangenehmen Gerüchen vertreiben.  …….“


Der pelzige Geselle wittert Beutetiere mithilfe seiner gut ausgeprägten Tast- und Geruchssinne. Maulwürfe spüren kleinste, von Insekten verursachte Erschütterungen. Ihre Schnauze ist mit vielen Tastsinneszellen ausgestattet. Damit nehmen sie nicht nur Tastreize, sondern vermutlich auch elektrische Reize wahr. Diese entstehen beispielsweise durch Muskelbewegungen der Beutetiere.


Maulwürfe sind Einzelgänger. Sie bewohnen im Durchschnitt ein etwa 1.300 bis 3.400 Quadratmeter großes Revier. In der Paarungszeit im Frühling vergrößern die männlichen Tiere ihr Revier sehr stark, sodass es sich mit dem der Weibchen überschneidet. Nach der Paarung gehen Männchen und Weibchen wieder getrennte Wege. Rund vier Wochen später – zwischen Ende April und Anfang Juni – schlüpfen die Jungen. Pro Wurf kommen circa zwei bis sieben Maulwurfbabys zur Welt.    ….. In der Regel leben Maulwürfe kaum länger als drei Jahre.


Da Maulwürfe unter der Erde leben, haben sie keinen ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus. Stattdessen ist ihr Tagesablauf in drei Wach- und Schlafphasen eingeteilt. In der Regel sind Maulwürfe vormittags, nachmittags und gegen Mitternacht für vier bis fünf Stunden aktiv. In dieser Zeit bewegen sie sich durch ihre Gänge, um Nahrung zu finden. Die restliche Zeit schlafen sie. Auch im Winter haben die Tiere den gleichen Tagesablauf. Sie halten sich wegen der Kälte lediglich etwas tiefer im Boden auf.    ………….


Der Maulwurf gräbt sich ein weit verzweigtes Tunnelsystem, das nicht nur sein Zuhause, sondern auch sein Jagdrevier ist. Die meisten Gänge liegen etwa 10 bis 20 Zentimeter tief, verlaufen kreisförmig und sind untereinander verbunden. Zentrum des Baus ist die Nestkammer. Sie liegt tiefer als die Jagdgänge. Maulwürfe polstern die Nestkammer mit Gras und Laub aus, um sie als Ruheplatz oder für die Aufzucht der Jungen nutzen zu können. Zudem halten sich die Tiere dort oft auf, wenn sie auf Nahrung lauern. Sobald sie hören, dass sich Insekten, Regenwürmer, Larven oder andere Tiere im Gangsystem bewegen, rennen Maulwürfe blitzschnell dort hin und schnappen sich die Beute. Zusätzlich patrouillieren sie alle drei bis vier Stunden durch die Gänge auf der Suche nach Essbarem.


Bei Frost im Winter oder bei extremer Trockenheit im Sommer werden Maulwürfe in tieferen Erdschichten aktiv. Dann graben sie von ihrer Nestkammer aus Nahrungsgänge, die bis zu 60 Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen.

Auszug aus:

https://www.bauen.de/a/maulwurf-im-garten.html

tote Maulwürfe als Jagdtrophäe
die Beute professioneller Maulwurfjäger